Wir waren noch nie am Vorderrhein! Es hat sich halt nicht ergeben. Somit war ich schon gespannt, was für eine Gegend und – für Paddler wichtig – was für ein Charakter der Vorderrhein hat. Sicher, man kann sich informieren, aber selbst den Bach „zu erfahren“, ist halt was anderes.

Nachdem wir uns am Lech „eingefahren“ haben, sind wir von Österreich in die Schweiz, in die Glarner Alpen, in den Kanton Graubünden gefahren. Der Vorderrhein bildet nach dem Zusammenfluss mit dem Hinterrhein in der Stadt Reichenau den Rhein. Wir trafen uns mit anderen Paddlern von dem HKCW in Trun, das in etwa in der Mitte des Vorderrheins, 35 km nach der Quelle, liegt.

Am ersten Tag wollen wir die „Hausstrecke“ fahren, von Sumvitg Cumpadials bis zum Campingplatz. Bei „mäßigem“ Wasser – wie uns berichtet wurde – gab es genügend Zeit, um die jeweiligen Steine zu umfahren, die in den regelmäßigen Abstanden vorkommenden Schwallstrecken standen. Meist waren breite Kiesbänke auf beiden Seiten des Flusses vorhanden. Bild 1

Eine schöne Paddelstrecke, umringt mit 3.000 m hohen schnellbedeckten Bergen, die jedoch beim ersten Mal als ich sie befuhr, nicht so richtig gewürdigt wurde!

Da dieser Teil des Flusses Kraftwerkgesteuert ist, konnte der Wasserstand am nächsten Tag wieder ganz anders aussehen. In der Urlaubszeit ist die Gruppe dreimal die gleiche Strecke gefahren, immer mit etwas mehr Wasser.

Eine andere Strecke, die Fahrtechnisch einen anderen Charakter hatte, war die Befahrung der Flimser-Schlucht, die man in zwei Etappen paddeln konnte. Für die erste Etappe ließen wir die Autos in Ilanz am Bahnhof stehen. Auf den ersten Flusskilometern wechselten sich kräftige Kiesbankschwelle mit immer wieder vorkommenden Passagen hohen und wuchtigen Wellen ab. Die kräftigen Walzen und Löcher könnte man meist umfahren oder zu mindestens in die nicht so kräftigen ausweichen. Die wenigen großen Verblockungen sah man frühzeitig und konnte sie einfach „um paddeln“. Zwischen den ganzen Passagen gab es aber auch ruhigere Stellen. Bild 4, Bild 5